Gröbenzells Zukunft

Welche Vision von unserer Gemeinde möchten Sie als Bürgermeister verwirklichen?

Gröbenzell hat 2019 die Marke von 20.000 Einwohnern überschritten und wird als weltoffene und lebenswerte Gemeinde in direkter Nachbarschaft zu München weiterhin wachsen. Ich möchte erreichen, dass sowohl Neubürger als auch Alteingesessene in Gröbenzell auch in Zukunft frei, selbstbestimmt und gerne leben. Zu diesem Wohlfühlfaktor trägt in Gröbenzell insbesondere das große bürgerschaftliche Engagement in unseren Vereinen bei. Ein reibungsloses Miteinander – ob zwischen Jung und Alt, im Straßenverkehr oder zwischen Bürger und Verwaltung – ist dafür zudem entscheidend. Aber auch Wirtschaft und Arbeitsplätze vor Ort, ein attraktives Ortsbild und die öffentliche Sicherheit spielen eine Rolle. Zu meiner Vision Gröbenzells gehört auch ein umsichtiger und verantwortungsvoller Umgang mit den Gemeindefinanzen – dies sei bei diesem Fragebogen, der viele Einzelforderungen und -projekte enthält, vorausgeschickt.

Welche anderen Gemeinden sehen Sie als Vorbild?

Ich bewundere die dänische 7000-Einwohner-Gemeinde Brande für ihren Mut, mit einem von der Stararchitektin Dorte Mandrup entworfenen Wolkenkratzer das höchste Gebäude Westeuropas bauen zu wollen. Nicht weil ich ähnliches für Gröbenzell anstrebe, sondern weil es zeigt, dass auch kleinere Gemeinden großes schaffen können. In Gröbenzell müssen wir niemandem nacheifern, aber vom Verkehr bis zur IT der Verwaltung erfordert unsere Lage die Zusammenarbeit mit unseren Nachbarn in der Region. Wo andere etwas richtig machen, sollten wir von ihnen lernen. Persönlich finde ich z.B. die Begrünung der Verkehrsinseln in Mammendorf sehr freundlich und einladend. Die Gemeinde Emmering wiederum ist schuldenfrei und stemmt sogar Bauvorhaben wie das Feuerwehrhaus aus der Rücklage.

Welche Ziele einer Ortsplanung sehen Sie als vorrangig an?

Seit Jahrzehnten ringen wir in Gröbenzell darum, die Ortsmitte, also Kirchen- und Bahnhofstraße, lebendig zu gestalten. Das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) begrüße ich in diesem Zusammenhang als Leitfaden. Ich möchte mich dafür einsetzen, dass zukünftig für „Schandflecke“ schneller eine Lösung gefunden wird. Häufig wird dies nur durch intensiven Kontakt mit den Grundstückseigentümern möglich sein. Ebenso wichtig sind mir Konzepte für die wirtschaftliche Entwicklung und die Verkehrsplanung in Gröbenzell.

Welche Entwicklungsziele für unseren Ort möchten Sie in künftigen Bebauungsplänen festsetzen?

Es gilt, den steigenden Bedarf nach Wohnungen, den Erhalt des Gartenstadtcharakters und die wirtschaftliche Entwicklung unter einen Hut zu bringen – dies ist mein Ziel, auch wenn dies in Gröbenzell mit seiner geringen Zahl an Freiflächen auch in Zukunft nicht einfach sein wird.

Wie wollen Sie die Interessen des Umwelt- und Klimaschutzes in die politischen Strukturen der Gemeinde einbauen?

Die Einrichtung eines ehrenamtlichen Umweltbeirates kann ich mir in Gröbenzell gut vorstellen, da ich glaube, dass die Gemeinde in allen Bereichen vom Know How ihrer Bürgerinnen und Bürger profitieren kann. Gerade im Bereich Umwelt- und Klimaschutz gibt es viel Engagement und viele Ideen seitens der Bürger. Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen betreffen häufig ganz unterschiedliche Bereiche der Gemeindeverwaltung. Ihre Umsetzung ist eine Querschnittsaufgabe. Mit einem dezidierten Klimamanager in der Gemeindeverwaltung plane ich daher nicht.

Wie steht die FDP zur Weiterentwicklung eines städtebaulichen Rahmenplans?

Ich halte es für sinnvoll, sich als Gemeinde Gedanken auch zur längerfristigen Entwicklung in einem städtebaulichen Rahmenplan zu machen. Für Gröbenzell ist dies eine reizvolle Aufgabe, gerade weil viele an sich wünschenswerte Ziele wie der Erhalt des Gartenstadtcharakters, der Bau neuer Wohnungen und die wirtschaftliche Entwicklung nicht naturgemäß Hand in Hand gehen. Wichtig bei jeder Planung ist stets der Realitätscheck. Gewisse Entwicklungen wie der stete Zuzug in den Ballungsraum München werden sich aus Gröbenzell allein heraus weder planen noch steuern lassen.

Wie würden Sie die künftige Entwicklung der Gartenstadt Gröbenzell innerhalb der Metropolregion München gestalten wollen?

In den nächsten Jahren werden nicht nur München, sondern auch unsere anderen Nachbargemeinden noch näher an uns heranwachsen. In Lochhausen sind 2019 ja mehrere große Bauprojekte gestartet. Der Charakter der Region wird also unweigerlich städtischer werden. Gröbenzell mit seinem „Supermarktcluster“ könnte zum Ziel weiterer „Einkaufspendler“ werden. Im Verkehrsbereich sind wir darauf angewiesen, dass die S-Bahn, aber auch unsere – regional gesehen – „Umgehungstraßen“ A8, A99, B2 und B471 leistungsfähig bleiben. Wo es intelligente Lösungen für regionale Herausforderungen wie den Wohnungsbau gibt, bin ich dafür aufgeschlossen. Arbeitsplätze vor Ort können dazu beitragen, die Zahl der Pendler nicht noch weiter zu erhöhen. Um gestalten zu können, ist es oft wichtig, sich einer Zusammenarbeit mit den Nachbarn nicht zu verweigern. Allerdings können sicherlich auch nicht alle Probleme der Metropolregion München in Gröbenzell gelöst werden. Ich würde mich freuen, wenn wir den Gartenstadtcharakter Gröbenzells so lange wie möglich bewahren könnten.

Wie stehen Sie zum flächendeckenden Ausbau des 5G Netzes?

Den flächendeckenden Ausbau des 5G-Netzes halte ich für wünschenswert und für Gewerbe und Privatpersonen sowie den technischen Fortschritt wie z. B. autonomes Fahren erforderlich. Manchmal würde ich mich aber auch über 4G schon freuen.

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