Umweltschutz vor Ort

Welche Position vertreten Sie zur Gröbenzeller Baumschutzverordnung?

Die FDP Gröbenzell steht zur Baumschutzverordnung. Ihre Akzeptanz könnte verbessert werden, wenn anstelle der traditionellen Liste sogenannter heimischer Arten neuere Züchtungen mit schlankem Kronenaufbau („Gastgehölze“) zugelassen werden. Auf einem großen Teil der Gewerbeflächen ist noch genügend Platz für neue Großbäume. Für ein grünes Ortsbild sollte die Gemeinde ein Merkblatt für Eigentümer herausgeben, in dem Beispiele genannt werden, wie Bäume auch bei wenig Platz gepflanzt werden können.

Wie wollen Sie dem Artensterben und dem dramatischen Rückgang z.B. von Wildbienen entgegentreten?

Ich bin kein Experte für Maßnahmen zum Schutz der Wildbienen, werde mich aber gerne vom Bund Naturschutz oder einem zukünftigen Umweltbeirat diesbezüglich beraten lassen. Was sich sinnvoll und verhältnismäßig umsetzen lässt, z.B. Blühstreifen in Randbereichen gemeindlicher Flächen oder Förderung der Flächenentsiegelung, befürworte ich. Insoweit die Gröbenzeller Bürger und deren Gärten betroffen sind, kann die Gemeinde informieren und Angebote machen. Sie soll ihren Bürgern aber nicht etwa die Gestaltung der Gärten vorschreiben.

Der Zustand der Gröbenzeller Bäche und Gräben ist aus Sicht des Naturschutzes verbesserungsbedürftig. Was möchten Sie tun?

Das Ziel der europäischen Wasserrahmenrichtlinie, unsere Gewässer nach der Kategorisierung des Umweltbundesamtes in den Zustand mindestens „gut“ zu versetzen, unterstütze ich. Ähnlich wie bei den Wildbienen gilt auch hier, dass ich selbst kein Experte für Fischtreppen oder Jungfischverstecke bin. Entsprechenden Vorschlägen von fachkundiger Seite stehe ich aber offen gegenüber. Wie bei jedem Einzelvorschlag muss sich der Umsetzungsaufwand in einem vernünftigen Rahmen bewegen.

Welche Maßnahmen halten Sie für zweckdienlich, um die Gröbenzeller Bachläufe zu renaturieren?

Einer Renaturierung der Bäche werden häufig durch die Bebauung der Ufer Grenzen gesetzt. Wo es möglich ist, spricht nichts gegen die Renaturierung und die Bepflanzung der Ufer. Der von den Grünen ins Spiel gebrachte Erwerb landwirtschaftlicher Flächen an der Bodenseestraße als Hochwasserreservoir für den Gröbenbach ist interessant, allerdings sind die Kosten für den Erwerb der Flächen zu prüfen.

Wie geht es weiter mit dem Gröbenzeller Grünflächenpflegeplan?

Ich befürworte ein Update des Grünflächenpflegeplans, insoweit es hier Optimierungspotential gibt. Neben ökologischen Aspekten wie Blühwiesen für Insekten spielt für mich aber auch die Attraktivität der gemeindlichen Grünflächen für Bewohner und Besucher Gröbenzells eine Rolle. Für uns als Gartenstadt sind Grünflächen eine Visitenkarte und sollten auch so aussehen.

Ein Dauerthema in Gröbenzell ist der Aus- und Umbau des Böhmerweihers. Welche Position haben Sie dazu?

Ich bin in der Tannenfleckstraße nahe am Böhmerweiher aufgewachsen. Dieser war und ist für mich immer ein besonderer Freiraum. Naturbelassen, ohne (vollständig) geschütztes Biotop zu sein. Zum Baden geeignet, ohne Badesee zu sein. Ich bin dafür, den Gröbenzellern diesen Freiraum zu erhalten und den Böhmerweiher nicht zu einem Badesee mit Liegewiesen und Parkplätzen nach dem Vorbild des Lußsees umzubauen. Dies schließt punktuelle Verbesserungen nicht aus, so sie beispielsweise der Sicherheit dienen.

Haben Sie weitere Ideen, die dem Natur- und Umweltschutz in Gröbenzell dienen?

Meinem persönlichen Empfinden nach „vermüllt“ unsere Gemeinde zusehends. Dies betrifft nicht nur gewisse Ecken im Industriegebiet, sondern auch den Bereich um den Bahnhof mitsamt dem Klosterweg und dem weiteren Verlauf des Weges am Gröbenbach entlang. Es geht um Verpackungen, Glasscherben bis hin zu – manchmal halbwracken – Fahrrädern. Ich begrüße bestehende Aktionen zur Eindämmung dieser Zustände wie das Ramadama am Böhmerweiher oder Sammelaktionen von Schülern. Als Bürgermeister würde ich hier gerne noch mehr tun. Neben Sammelaktionen könnten auch ein paar wohlplatzierte Mülleimer sowie deren häufige Leerung das Problem lindern. Darüber hinaus stehe ich beim Umwelt- und Naturschutz konstruktiven Vorschlägen aus der Bürgerschaft aufgeschlossen gegenüber.

Kinder und Jugendliche haben in Gröbenzell kaum Möglichkeiten Natur zu erfahren. Wie stehen Sie zur Wiedererrichtung eines Naturlehrpfades?

Ich würde es begrüßen, wenn der Bund Naturschutz den Naturlehrpfad wieder einrichten will und sich geeignete Flächen dafür finden. Die Lösung unter Einbeziehung vorübergehend gepachteter Privatflächen hat sich ja nicht bewährt. Vielleicht gibt es im Bürgerpark eine Möglichkeit?

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